„Ohne das Wissen um eine richtige Ernährung ist es kaum möglich,
sich guter Gesundheit zu erfreuen."
Sun Simiao 581 - 682 n. Chr.

Ernährung und Diätetik

Die Chinesische Ernährungslehre hat sich parallel zur Kräuterheilkunde entwickelt. Über Jahrhunderte wurde nicht zwischen Nahrungsmittel und Heilkraut unterschieden, der Übergang vom Nahrungsmittel zum Heilkraut ist fließend. Lebensmittel und Heilkräuter werden bis in die heutige Zeit nach einem einheitlichen System detailliert in ihrer Wirkung beschrieben. Nahrungsmittel gelten in China als milde Therapeutika.

 

Es klingt für den Europäer zuerst einmal ungewohnt, wenn von den kühlenden oder erwärmenden Eigenschaften eines Nahrungsmittels gesprochen wird, dennoch ist es leicht nachvollziehbar und spürbar, was mit der Thermischen Wirkung der Nahrungsmittel gemeint ist. So wirken Gurken und Orangen kühlend, während Lauch und Ingwer den Körper erwärmen. Auch der Geschmack eines Lebensmittels (i.d.R. sind es mehrere Geschmäcke) und die energetische Wirktendenz (emporhebend, absenkend…) spielen bei der Auswahl der Nahrungsmittel eine wichtige Rolle.

 

Die Ernährungslehre der Chinesischen Medizin gehört zu den fünf Säulen

der Chinesischen Medizin. Sie dient als Alltagsernährung einerseits der Gesunderhaltung des Menschen, andererseits wird sie im Rahmen einer Behandlung mit Chinesischen Medizin zu einem wichtigen Bestandteil der Therapie. Die Verknüpfung der TCM-Ernährungstherapie mit   Kräuterheilkunde, Akupunktur, Qigong und Tuina (Heilmassage) führt zur Entstehung von positiven Synergieeffekten.

 

Die Entscheidung für eine Ernährungsumstellung nach der Chinesischen Medizin heißt nicht, dass nun chinesische Gerichte gekocht werden. Vielmehr werden Nahrungsmittel, an die der europäische Gaumen gewöhnt ist, nach den Regeln der Chinesischen Diätetik beschrieben, ausgewählt und zubereitet. Auch wenn Sie Fan der italienischen, türkischen oder anderer traditioneller Küchen sind, die Chinesische Diätetik steht dem nicht im Wege.