Nahrungs-Qi (Gu-Qi)

Das Verständnis der TCM von der Verdauung und von der Wirkung der Nahrungsmittel unterscheidet sich erheblich von der uns bekannten Sichtweise. Wir sind aufgefordert, uns von der gewohnten analytischen Denkweise zu lösen, die sich an Inhaltsstoffen (Nährstoffe, Vitamine, Cholesterin…) orientiert:

Am Beispiel eines Apfels will ich Ihnen die chinesische Vorstellung vom „Stoffwechsel“ erläutern. Wenn wir genussvoll in einen Apfel beißen und ihn kauen, dann ist er zu diesem Zeitpunkt noch körperfremd. Ziel der Verdauung, die TCM spricht von Transformation, ist es dem Körper einerseits Qi und Wärme (Yang) zur Verfügung zu stellen, anderseits die Körpersubstanz und –flüssigkeiten (Yin) zu nähren. Mit einfachen Worten ausgedrückt: Das Gute des Apfels soll zu einem Teil von uns werden. An diesem Umwandlungsprozess sind verschiedene Organe beteiligt, die alle Qi in diesen Prozess einbringen. Die Mitte (Magen und Milz/Pankreas) sind die Organe, die für den ersten Umwandlungsprozess am wichtigsten sind. Angestrebt wird eine positive "Qi-Bilanz", d.h. der Körper setzt wenig eigenes Qi für die Verdauung ein, bei gleichzeitig möglichst hohem Gewinn an Qi.

Die Funktion der Mitte zu stärken, damit ausreichend Nahrungs-Qi zur Verfügung steht für die weitere Qi- und Blutproduktion, zählt zu den wichtigsten Anliegen einer guten Ernährung!

 

Befinden sich die verschiedenen Qi-Formen in einem harmonischen Gleichgewicht ist die Voraussetzung für körperliches und seelisches Wohlbefinden gegeben.